"Story of an exhibition"

GESCHICHTE  EINER  AUSSTELLUNG

An dieser Stelle wagen wir einen Versuch:  Haben Sie Lust den Entstehungsprozeß unserer Ausstellung mitzuverfolgen?

Denn nicht nur "Jeder Mensch ist ein Künstler."  (Dubuffet, Beuys), sondern auch "Jeder Künstler ist ein Mensch."  (Kippenberger).

Folgen Sie uns - und erzählen Sie Ihren Freundinnen und Freunden von uns!

 

23. Juni 2020

3 Künstlerinnen und 5 Künstleraus der Region treffen sich auf dem Hof am Mühlbach in Wilzhofen. Anne und Helge (Voit-/Isenberg) leben hier. Mattias (Bischoff) hat hier seine Werkstatt. Ein lauschiger Platz neben dem Bach. Auf einem Gaskocher macht er für alle Espresso. Er hat extra einen Kuchen gekauft. Es geht um ein Ausstellungsprojekt an diesem besonderen Ort.  Er und Stefanie (von Quast) hatten die Idee dazu. Teilweise kennen wir uns bereits, teilweise begegnen wir uns zum ersten Mal. Wollen alle mitmachen, die eingeladen wurden? Die Atmosphäre zwischen uns und dem Ort fühlt sich stimmig an. Schnell ist klar: Wir sind die "8 am Bach"!

Christof, Mattias, Johannes

Johannes, Michael, Doris, Stefanie

(Fotos: Susanne Hauenstein)


Termine werden abgestimmt, eine Whatsapp-Gruppe wird gegründet. Doris (Leuschner) wird die Gestaltung der Einladung und des Plakates übernehmen. Susanne (Hauenstein) bietet an eine eigene Website für das Projekt zu machen. 

Es folgt ein Rundgang...

Der Außenraum entzückt die Bildhauer/innen - hier entsteht ein Skulpturengarten - klar!


Die Veranstaltungs- und Ausstellungsräume

In ihrer baulichen Vielfalt eine spannende Herausforderung für uns. Wie können wir einbeziehen, was wir an räumlichen Gegebenheiten vorfinden?

Der ehemalige Stall

Der Kamin- oder Konzertraum

Die Küche

Kunst und Küche - da läßt sich doch thematisch was machen...

Helge's Atelier - die "Widerkehr"


Neben vielen schönen und interessanten Ecken gibt es auf der Rückseite auch noch eine - nun ja, "häßliche Garage". - Was werden wir daraus machen?




Donnerstag 23. Juli 2020

Dieses Mal treffen wir uns bei den "Germeringer Werktagen". Michael (Glatzel), Stefanie (von Quast), Doris (Leuschner) und Johannes (Hofbauer) stellen hier mit weiteren Kolleginnen und Kollegen gerade aus. Außerdem arbeiten sie gemeinsam eine Woche auf dem Grundstück und demonstrieren einem interessierten Publikum wie ihre Werke entstehen.

Wir sind nicht ganz vollzählig. Mattias (Bischoff) ist noch in einem Steinbruch im Bayrischen Wald, wo er einen besonders großen Stein spaltet, um ihn auf seine Art später zum Leuchten zu bringen.

In den letzten Wochen haben einige von uns schon per eMail, SMS und whatsapp kommuniziert und verschiedene Themen diskutiert.

Es ist Abend und alle sind ein bißchen müde, aber es tut gut, daß wir uns wiedersehen. Christof(Jenauth) kommt aus seiner Werkstatt in Oberbrunn, Susanne (Hauenstein) aus ihrem Atelier in Andechs. Sie hat seit Tagen ihre Ausbildungsgruppe da. Anne (V.-Isenberg) ist schon seit Stunden unterwegs. Als unsere Gastgeberin in Wilzhofen vertritt sie heute auch wieder ihren Mann Helge. Die Plakate sind fertig und gefallen uns sehr. Die Lieferung der Einladungen verzögert sich noch. Organisatorisches wird vertieft. Anne wünscht sich Unterstützung beim Herrichten des Gartens, Susanne  noch Fotos und Texte für die Website. So langsam nimmt die Sache Fahrt auf...

Von links: Michael Glatzel, Doris Leuschner, Stefanie von Quast, Johannes Hofbauer, Christof Jenauth, Anne Isenberg (verdeckt), Susanne Hauenstein (hinter der Kamera)

Demnächst brauchen wir mal ein Gruppenfoto, wo alle drauf sind!


Dienstag 4. August 2020

Es schüttet - und "unser Bach" wirkt wild und gefährlich! - Aber wir beschließen, uns trotzdem zum vereinbarten Termin auf dem Hof zu treffen. Wir sitzen im gemütlichen, warmen Wohnzimmer von Helge (Voit) und Anne (V.-Isenberg). Es gibt Kaffee und später Pizza. Wir haben wieder viel zu besprechen. Michael zeigt Fotos von seinen Motorhauben, die er zu archaischen Gesichtsskulpturen umgearbeitet hat, Christoph erzählt vom Bau seines "Hexenrings aus Atompilzen", an dem er unter Hochdruck arbeitet. (Er liebt das Spiel mit dem Absurden.) Mattias zeigt Fotos von seinem Stein, (naja, eher: Felsbrocken!), den er gerade in dem Steinbruch bearbeitet.


Wir sprechen über die "häßliche Garage". Susanne würde sie für die Ausstellung gerne mit originellen Silhouetten-Motiven bemalen (Thema noch offen), es wird auch erörtert eine Skulptur darauf zu stellen. Später entsteht die Idee, daß Michael am Eröffnungsabend oben drauf stehen und eine kleine Willkommensrede halten könnte und IN der Garage die Musik spielen könnte. (Später wird entschieden, daß die Garage bleiben soll wie sie ist. Sie darf ihren morbiden Charme auf der Rückseite des Gebäudes vorerst weiter ausüben.) Die Bildhauer einigen sich, wer wo im Garten welche Skulpturen aufstellt. Als das Wetter besser wird, gehen sie durch den Garten. Später wird dazu ein Plan gezeichnet und die ersten Aufräumarbeiten in Garten und Remise beginnen.

Ein erstes Gruppenfoto entsteht, wo alle drauf sind. Noch nicht ideal, aber schon ganz nett!

Von links:

Christof Jenauth, Johannes Hofbauer, Doris Leuschner, Helge Voit, Stefanie von Quast (mit Enya), Susanne Hauenstein, Mattias Bischoff, Michael Glatzel

Dann wollen natürlich auch die Innenräume aufgeteilt werden. Es gibt 3 große Räume und einen offenen Küchenteil. Die Wände und Böden hier  sind aus unterschiedlichen Materialien und von komplett unterschiedlichem Charakter. Helge (Voit) wird in seinem Atelier (architektonisch  "Widerkehr" genannt), seine Aktzeichnungen präsentieren. Dazu passen die Torsi von Stefanie (von Quast) sehr gut. Susanne (Hauenstein) ist ansonsten die einzige "Nur-Malerin". Sie tüftelt daran, welche Bilder ihrer verschiedenen Werkgruppen im ehemaligen Stall, an der sehr langen Wand in der "Küche" und evtl. noch im "Kaminzimmer" hängen könnten. Keine leichte Aufgabe, wenn am Ende ein stimmiges Gesamtbild herauskommen soll. ("Die Wände einfach mit Bildern zupflastern, das ist es ja nicht.") Auch Stefanie (von Quast) benötigt noch Wandfläche für ihre Bilder. Und dann kommen ja auch innen noch weitere BildhauerInnen-Werke hinzu. Christof (Jenauth) ist ganz entspannt und will seine Sachen am Schluß mit einfädeln. Doris (Leuschner) will ein sorgfältiges Konzept für die Aufstellung ihrer Skupturen und warten bis die ersten Bilder hängen. Ob alles so einvernehmlich wie bisher weitergegen wird?

"Ihr seid alle super!", schreibt Stefanie am nächsten Tag. - Ja, warum sollte es eigentlich nicht so weitergehen?


Doris (Leuschner) wird sich der Verwandlung des ehemaligen Silos widmen. Dort hat sich durch den starken Regen viel Wasser angesammelt, das jetzt erstmal abgepumpt werden muß.

 

In der nächsten Woche ist ein gemeinsames Treffen aus terminlichen Gründen nicht möglich. Jede und jeder kommt, wann es möglich und beginnt individuell mit Vorbereitungsarbeiten...


Samstag/Sonntag 8./ 9. August 2020

Susanne (Hauenstein) und Doris (Leuschner) kommen mit der freundlichen Unterstützung ihrer Männer.


"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." (Karl Valentin) - auch in diesem Fall!  Doris und Karl entleeren und reinigen das Silo vollständig.  (Und sind am ersten Abend entsprechend "platt"...) Aber der  Blick nach oben ist wunderschön... Und auch die KLÄNGE im Inneren sind fantastisch. Die Musikerin Anne nennt sie später ganz poetisch und zurecht "wabernd".


Günter hilft Susanne beim Aufhängen der ersten Bilder. Wie immer diskutieren sie dabei heftig, gehen am Sonntagabend aber sehr einvernehmlich und zufrieden nach Hause. (Naja, zuerst noch an den See - auf ein Weißbier und einen Luganer bei Luciana...)

Karl reduziert das Efeu an einer Holzwand, die nun auf ein Kunstwerk von Doris wartet. Mit dem "Kärcher"  läßt er außerdem einige Platten - und damit einige Sitzplätze - wieder sichtbar werden.  An der Giebelseite der Widerkehr wird viel Unkraut gerupft. Anne räumt und staubsaugt innen. Die Aktzeichnungen von Helge finden dort einen guten Platz.

Für die angemessene Präsentation der Kunstwerke ist sowohl innen als auch im Garten noch viel zu tun...


Dienstag, 11. August 2020

 Die Tage sind sehr heiß. Der Mühlbach führt jetzt nur noch wenig Wasser. Bis auf Doris kommen alle. Die Bildhauer kommen mit schweren Autos und/oder Anhängern. Michael (Glatzel, rechts) ist als Erster da und beginnt mit dem Aufstellen einiger seiner Skulpturen. Helge (Voit), der auch unser Hausherr ist, hat vormittags noch ein Aktmodel da und zeichnet. Als die junge Frau geht, sieht sie Susanne (Hauenstein)'s Bilder, die schon hängen und ist begeistert. ("Die muß meine Mutter unbedingt sehen!")


Johannes (Hofbauer) baut den ganzen Tag seinen "Circulus vitiosus" auf...


Christof (Jenauth) hat einen seiner - noch unfertigen - "Atompilze" mitgebracht und stellt ihn in die Wiese, um zu überprüfen, ob die Größe stimmt. Sein "Hexenring"-Projekt wird ihn vermutlich bis zur letzten Minute beschäftigen.

Der Countdown läuft: in 9 Tagen ist Eröffnung...

Mittagspause bei Mattias (Bischoff)'s Werkstatt.

Stefanie (von Quast) und Susanne (Hauenstein) einigen sich, daß sie ihre - sehr unterschiedlichen Bilder - nun doch räumlich getrennt präsentieren. Stefanie möchte ihre Bilder ausschließlich im Kamin- (oder Musik)zimmer in Gesellschaft ihrer Skulpturen aufhängen und nimmt die Maße der Wände, um in den nächsten Tagen zuhause in Ruhe zu planen.

Ihre Skulpturen für den Garten hat sie bereits mitgebracht und - z.T. mit Hilfe männlicher, zusätzlicher Muskelkraft - aufgestellt.

 

Susanne fährt früher nach Hause. Sie will noch ein Bild vollenden, das auf eine der großen Wandflächen kommen soll.



Donnerstag/ Freitag 13./14. August

Vor 2 Monaten haben wir uns zum ersten Mal getroffen.

Wir liegen gut in der Zeit, die Aufbauarbeiten schreiten voran. Man hilft sich gegenseitig.

 

Weitere Skulpturen werden ausgeladen...


Skulpturenpaar von Stefanie von Quast

Pflegemaßnahmen von Haus und Garten werden teilweise ebenfalls von den Künstlern übernommen...

Die Dachrinne an der Wand des Eingangs wird gereinigt - es lohnt sich - es regnet Staub und Blätter....



Susanne (Hauenstein) hängt Bilder aus zwei ihrer Werkgruppen im ehemaligen Stall fertig auf - für den Samstag haben unsere Gastgeber den Raum noch für eine Geburtstagsfeier vermietet. Deshalb werden vorübergehend Stühle und Tische aufgebaut und der Catering-Service  deckt schon ein. Gut daß die Bilder schon hängen.

Natur trifft Kunst...

 Leuchtender Stein von Mattias Bischoff

Aufgestellt! - "Circulus vitiosus" von Johannes Hofbauer

Archaischer Kopf von Michael Glatzel


Kunst trifft Holzwand...

Skulptur von Christof Jenauth (Teilansicht)


In den 6 Tagen vor der Ausstellung geht es hoch her... Da bleibt leider das Weiterschreiben auf der Strecke.

Am besten, Sie kommen/ Ihr kommt einfach und lassen sich/ laßt Euch vom Ergebnis überraschen!

(Fotos: Doris Leuschner, Annes Isenberg, Susanne Hauenstein, Günter Stiegelmaier)